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Nach
dieser Nacht wurde mir der Abschied leicht. Meine Freude über das
kuschelige Zimmer war einem hilflosen Aushalten im Gestank von Majas
Beindurchblutungssalbe gewichen, nun waren meine Augen geschwollen,
ich musste ständig niesen und meine Nase lief. Ich hatte schlecht
und wenig geschlafen, wachte erst um sieben Uhr auf. Mürrisch, hektisch.
Viel zu spät bei diesem Wetter – und in dieser Situation. Nach einer
letzten Umarmung habe ich Maja zurückgelassen und bin aufgeregt
aufgebrochen. Allein. Endlich. Auf der Straße atmete ich tief durch.
Ja, meine Entscheidung war gut, ich fühlte mich frei und entlastet,
nur in meinem Bauch regten sich immer noch Zweifel, ob es mir zusteht,
so egoistisch zu sein. Aber auch von ihnen wollte ich frei werden,
schob die Gefühle und Gedanken beiseite, um endlich unbelastet zu
sein.
Die Landstraße ist wohltuend ruhig und menschenleer, wie auch das
kleine Rabé de las Calzadas im Grau der Morgendämmerung. Als die
Sonne steigt und ihr Licht zwischen Häuser und Paläste sickert,
erlebe ich wieder dieses tiefe Glück durch Stille und Schönheit,
und meine angespannten Nerven beruhigen sich. Jetzt bin ich nur
noch für mich verantwortlich. Wann in meinem Leben habe ich mich
so gefühlt? Schon mit 19 Jahren war ich Mutter. Und davor? Kenne
ich überhaupt das Gefühl, auf niemand Rücksicht nehmen zu müssen,
nicht auch an andere zu denken?
Herrlich – ich bin frei. Und vor mir liegt die Weite der Meseta.
200 Kilometer werde ich über die kastilische Hochebene gehen und
freue mich auf diese raue Landschaft. weiterlesen
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